Die Unkomplizierte feiert Geburtstag – 20 Jahre ANA.NOVA®

ANA.NOVA Hybridpfanne

Die Unkomplizierte feiert Geburtstag – 20 Jahre ANA.NOVA®

Die Unkomplizierte feiert Geburtstag – 20 Jahre ANA.NOVA®

Die ANA.NOVA® Pfanne schaut dieses Jahr auf 20 Jahre klinischen Einsatz zurück. Dr. Harald Kuhn, Cloppenburg, ist ANA.NOVA® Anwender seit dem ersten Tag. Mit ihm schauen wir zurück auf die Anfänge und beleuchten das Design und das Indikationsspektrum.

ARTIQO: Was muss ein gutes Pfannensystem mitbringen?

Dr. Kuhn: Es sollte eine hohe Primär- und Sekundärstabilität ermöglichen, einfach und anwenderfreundlich in der Handhabung sein und über ein überschaubares und ergonomisch günstiges Instrumentarium verfügen. Es sollte ein gutes und verlässliches Gefühl der Stabilität beim Einschlagen vermitteln und die korrekte Platzierung visuell unterstützen.

ARTIQO: Aus welchen Überzeugungen heraus wurde die ANA.NOVA® Pfanne vor 20 Jahren entwickelt?

Dr. Kuhn: Grundlage war der Glaube an die zementfreie Implantationstechnik. Die Anwender von Schraubpfannen vertrauten auf eine hohe Kippstabilität und Ausreißfestigkeit. Viele Pressfit-Pfannen verlangten eine penible Präparation oder eine zusätzliche Stabilisation durch Fixierschrauben. Es war an der Zeit, diese Situation mit Hilfe neuer Implantatdesigns zu optimieren. Faszinierend  ist retrospektiv, dass Ingenieure und Mediziner gleichermaßen Ideen zur technischen Verbesserung bestehender Systeme verfolgten. Im konstruktiven Miteinander ist so etwas deutlich leichter zu realisieren.

ARTIQO: Sie kennen die ANA.NOVA® seit ihren Anfängen. Welche Designelemente machen diese Pfanne aus?

Dr. Kuhn: Wer knochensparend und minimalinvasiv operieren möchte, profitiert von diesem Design: Es wird zwar sphärisch gefräst, die ANA.NOVA® Pfanne ist jedoch am Pol abgeflacht und verklemmt an ihrem Äquator, ohne aufzusetzen. Am Pfannenboden lässt sie zudem Raum für Frischknochenintegration, die wiederum durch die BONIT®-Beschichtung gefördert wird. Die dezent schrägen, nicht in den Pfannenäquator reichenden Flügel lassen einerseits den azetabulären Rand unberührt, andererseits wirken sie sehr effektiv gegen Kipp- und Rotationskräfte. Wir haben ab 2006 vermehrt 36er-Keramik-Gleitpaarungen gewählt, was schon ab dem Pfannendurchmesser von 50 möglich ist. Die höhere Luxationssicherheit und der deutlich größere Bewegungsumfang kommen den Patienten und dem guten Ruf der Prothetik zugute. Die feine BONIT®-Oberflächenbeschichtung bestätigte unsere zuvor anderweitig erlebten positiven Beobachtungen in Bezug auf die Osteointegration und Sekundärstabilität.

Was schätzen Sie besonders an der ANA.NOVA® Pfanne?

Das Unkomplizierte.

ARTIQO: Sie haben umfangreiche Erfahrungen mit der ANA.NOVA® Pfanne. Welche Patientinnen und Patienten lassen sich damit versorgen?

Dr. Kuhn: Für Standard-Implantationen sehe ich keine Einschränkungen. Auch bei der Dysplasie-Versorgung mit Pfannenerker- oder Pfannenbodenplastiken haben sich mit der ANA.NOVA® Pfanne die positiven Erfahrungen fortschreiben lassen, die bereits mit der HI-Schraubpfanne unter Prof. Küster wissenschaftlich untermauert waren.

ARTIQO: Die Pfanne ist nicht nur für die Primärversorgung, sondern auch – ohne zusätzliche Schraubenfixierung – für den Revisionsfall geeignet. Welche Erfahrungen machen Sie bei Revisionen mit der ANA.NOVA®?

Dr. Kuhn: Ich bin ein Freund der Impaction-Graft-Rekonstruktion und bevorzuge bei stabilem Pfannenboden die anatomische Rekonstruktion auch bei größeren und ovalen Hohlräumen. Einer guten Planung folgend, lassen sich die Position und das Rotationszentrum sehr gut wiederherstellen. Häufig geschieht das in der Größe der primär eingebrachten Pfanne, also mit minimaler metallischer Fremdmaterialimplantation. Zur Infektsanierung vermische ich die Grafts mit resorbierbarem antibiotikahaltigem Knochenersatz. Die minimal invasiv implantierte Kurzschaftprothetik ist im Endoprothesenregister mit einer geringeren Infektionsrate signifikant aufgefallen Eine deutlich geringere Traumatisierung des Gewebes und die abriebarmen modernen Gleitpaarungen senken voraussichtlich die Revisionsrate.

ARTIQO: Welche Ergebnisse sehen Sie mit der ANA.NOVA® Pfanne bei Ihren Patienten und Patientinnen?

Dr. Kuhn: Die gute Osteointegration lässt mich schon zufrieden auf die letzten 20 Jahre zurückblicken. Bei diesem Punkt würde ich sagen: Auf´s richtige Pferd gesetzt. Auch die gute Range of Motion sorgt für eine hohe Patientenzufriedenheit. In Verbindung mit einem Kurzschaft sind die 36er Gleitpaarungen extrem luxationssicher.

ARTIQO: Die Schraubpfannen scheinen nach und nach vom Markt zu verschwinden. Was würden Sie Schraubpfannen-Liebhabern in Bezug auf die ANA.NOVA® Hybrid Pfanne empfehlen?

Dr. Kuhn: Liebhabern empfehle ich, ihrer Liebe zu folgen. Meistens sprechen wir aber eher von Bahnungen durch ehemalige Chefs oder von Gewohnheiten. Wer also seine eigenen Fähigkeiten explorativ ausloten möchte, dem empfehle ich: Einfach mal probieren. Dann zeigt sich schnell die stabile primäre Festigkeit. Einzig bei Größen über 60 mm Durchmesser werden die Schraubpfannen flacher und ggf. knochensparender im Vergleich zur ANA.NOVA® Pfanne, da der Pfannenboden bei den Schraubpfannen mit Spänen aufgefüllt werden kann. Anfänglich gab es eine Diskussion über den weiteren Vorhalt von Schraubpfannen. Das spielt aber aufgrund der nun bekannten Standzeiten der ANA.NOVA® Pfanne keine Rolle mehr.

Dr. Harald Kuhn

Dr. Harald Kuhn, Cloppenburg

ana.nova Hybrid Pfanne

ANA.NOVA® Hybrid Pfanne

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