26 Jan. „Ein neues Produkt zu implantieren, ist immer etwas Besonderes.“
„Ein neues Produkt zu implantieren, ist immer etwas Besonderes.“

Im Januar 2016 wurde der A2® Kurzschaft erstmals implantiert. Zehn Jahre später blicken wir gemeinsam mit Dr. Harald Dinges, dem Erstimplanteur, auf diesen Meilenstein zurück. Im Gespräch spricht er über seine damaligen Eindrücke, die Entwicklung der Kurzschaftendoprothetik und die klinischen Erfahrungen mit dem A2® Kurzschaft.
ARTIQO: Woran erinnern Sie sich besonders in Bezug auf die erste Implantation des A2® Kurzschafts im Januar 2016?
Dr. Harald Dinges: In besonderer Erinnerung geblieben ist mir die Ehre, ein neues Produkt implantieren zu dürfen. Ich hatte bereits über zehn Jahre Erfahrung mit Kurzschäften, aber ein neues System ist immer etwas Besonderes. Man weiß, dass man an einem Anfang steht und dass die nächsten Jahre zeigen werden, wie sich ein Implantat im klinischen Alltag bewährt.
ARTIQO: Welche Rolle spielten Kurzschäfte vor zehn Jahren in Ihrer operativen Praxis und welche Rolle spielen sie heute?
Dr. Harald Dinges: Vor zehn Jahren haben wir Kurzschäfte vor allem bei jungen und aktiven Patienten eingesetzt, typischerweise bei 60-Jährigen und Jüngeren.
Heute ist das biologische Alter des Patienten viel wesentlicher als das chronologische. Und der Fokus liegt auf der Frage, wie gut wir die individuelle Anatomie wiederherstellen können.
ARTIQO: Wenn Sie auf zehn Jahre klinische Erfahrung mit dem A2® Kurzschaft zurückblicken: Was hat sich an dem System aus Ihrer Sicht besonders bewährt?
Dr. Harald Dinges: Für mich sind es im Wesentlichen drei Punkte:
Erstens die breite Anwendbarkeit bei sehr unterschiedlichen Anatomien – varisch, valgisch oder normal. Wir finden proximal am Femur ja eine große Vielfalt vor, und mit dem A2® Kurzschaft können wir diese Anatomien sehr gut versorgen. Die Rekonstruktion der individuellen Anatomie gelingt zuverlässig.
Zweitens die sehr niedrige Komplikationsrate bei der Implantation des Schaftes. Das ist aus meiner Sicht ein ganz wesentlicher klinischer Faktor.
Und drittens: Der A2® Kurzschaft lässt sich mit allen minimal-invasiven Zugängen sehr gut implantieren. Das gibt den Anwendern eine hohe Flexibilität.
ARTIQO: Sie gehen in diesem Jahr in den Ruhestand. Worauf blicken Sie in Ihrer endoprothetischen Tätigkeit besonders mit Zufriedenheit zurück?
Dr. Harald Dinges: Das Wichtigste für mich sind die zufriedenen Patienten. Wenn ich auf meine Laufbahn zurückblicke, ist es das schönste Gefühl zu wissen, dass wir mit den verfügbaren Implantaten und Operationstechniken vielen Menschen zu einer besseren Lebensqualität verhelfen konnten.
Für mich persönlich war außerdem die intensive Kooperation mit den Implantateherstellern etwas sehr Besonderes. Ich hatte das Glück, sowohl in der Knie- als auch in der Hüftendoprothetik in Entwicklungsprozesse eingebunden zu sein. Das war fachlich enorm bereichernd.
ARTIQO: Was würden Sie jüngeren Kolleginnen und Kollegen mitgeben, die sich intensiv mit der Kurzschaftversorgung beschäftigen?
Dr. Harald Dinges: Der eingeschlagene Weg der Kurzschaftendoprothetik sollte konsequent weitergegangen werden. Die Ergebnisse in den Registern sind überragend gut. Und gerade der A2® Kurzschaft, der auch eine zementierte Variante anbietet, kann aus meiner Sicht als Standardschaft gesehen und entsprechend eingesetzt werden. Das spiegeln auch die Versorgungszahlen in den Registern.